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Denk nicht schwarz-weiß

Wie gehst Du Herausforderungen an? Gehörst Du zu denjenigen, die Sachen sagen wie „Ganz oder gar nicht“ oder „Wenn, dann richtig“ – die also in Schwarz-Weiß denken? Dann ist dieser Text wichtig für Dich!

Persönlich hatte ich schon immer eine starke Neigung zum Schwarz-Weiß-Denken, was ich mittlerweile als zweischneidiges Schwert empfinde.

Einerseits kann diese Denkweise mega hilfreich sein, weil Mäßigung und Graustufen dazu führen können, dass Du wichtige Dinge zu wenig, zu selten oder zu halbherzig machst. Prinzipiell bin ich der Meinung, dass Du mit durchschnittlichem Einsatz auch nur durchschnittliche Ergebnisse bekommst.

Aber das scheinen nicht alle zu verstehen oder so zu sehen. Zumindest sind viele oft sehr überrascht oder sogar enttäuscht, wenn die Fortschritte kleiner ausfallen als erhofft oder sogar ganz ausbleiben.

Da gibt es zum Beispiel die vielen Fitnessstudiogänger, die enttäuscht sind, nachdem sie ein paar Monate lange 2 Mal pro Woche trainiert haben, aber noch immer nicht aussehen wie Schwarzenegger.
Dass extreme Trainingsfrequenz und –intensität, konsequenteste Ernährung und optimierte Erholung (sowie das Nachhelfen mit Anabolika) für das Erscheinungsbild eines Profibodybuilders oder Fitnessmodels zwingend nötig sein könnten, wird ausgeblendet.

Fehlendes Commitment kann auch ein Grund sein, warum viele in ihrem Job nicht weiterkommen.
Wer nicht bereit ist, sich durch Leistung, Ideen oder Problemlösungen vom Rest abzuheben, Risiko einzugehen oder Zeit nach Feierabend in Weiterbildung zu investieren, weil alles andere eine höhere Priorität hat, darf sich über den mittelmäßigen Verlauf der Karriere im Zweifelsfall nicht wundern.

Und wenn man gerade nur genug macht, aber sich auch nicht unbedingt ins Zeug legt, um dem Partner zu zeigen, wie wichtig er oder sie ist, weil man mit dem Alltagstrott an sich ganz zufrieden ist, darf man sich nicht wundern, wenn der Beziehung die Luft ausgeht.

Durchschnittlicher Einsatz bringt halt durchschnittliche Ergebnisse.
Wenn Dir aber etwas richtig wichtig, ist der Durchschnitt nicht genug!

Schwarz-Weiß kann überfordern

Auf der anderen Seite ist die Alles-oder-nichts-Mentalität aber auch eine Form von Perfektionismus. Das Problem bei Perfektionismus ist allerdings, dass man dem Anspruch von Perfektion praktisch nie gerecht werden kann, was wiederum sehr lähmend und demotivierend sein kann.

Das sehe ich auch immer wieder bei Leuten, die Veränderungen angehen wollen: Die Tatsache, dass die objektiv beste Maßnahme zur Erreichung des Plans die eigenen Fähigkeiten meilenweit übersteigt, führt dazu, dass sie gar nicht erst anfangen.

Wenn Du aktuell nicht mal Sportklamotten besitzt und Dich nur von Ravioli aus der Dose ernährst, dann sind Anforderungen wie 4 Stunden Bewegung pro Woche und 5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag so unrealistisch für Dich, dass Du Dich vielleicht nicht mal traust, einen kleinen Schritt in die richtige Richtung zu machen. Dabei wäre der auf jeden Fall mehr wert als nichts-tun!

Dein Leben soll besser und nicht schwieriger werden

Wenn die nötigen Verhaltensweisen oder Maßnahmen Dein Leben außerdem belasten, statt zu bereichern, wirst Du sie über kurz oder lang eh sein lassen.

Dazu könnten zum Beispiel die ganzen Morgenroutinen der Schönen und Reichen zählen, die meiner Meinung nach oft einfach keine Erfolgsrezepte sind, sondern glorifizierter Bullshit.

Wenn Du also morgens um 4:30 Uhr nach einem 10-minütigen, meditativen Eisbad Aroniabeeren von Hand pressen sollst, um produktiver in Deinem Bürojob zu sein, der aber erst um 9:00 Uhr startet, obwohl Du Kälte hasst und Aronia für Dich wie toter Aal schmeckt, wirst Du nach spätestens zwei Tagen einen Teufel tun.
Es sei denn, diese Routine ist ganz zufällig genau das Richtige für Dich. Aber da halte ich einen Lottogewinn für wahrscheinlicher.

Wirfst Du jetzt das Handtuch?

Denn Schwarz-Weiß-Denken führt zu echt fiesen Gewissensbissen und oftmals zum Abbruch des Plans, wenn man einen Fehltritt gemacht und damit in den eigenen Augen versagt hat.

Besonders verbreitet ist das bei Leuten, die sich im Zuge einer Diät oder einer Ernährungsumstellung geschworen haben, neben dem ganzen Fast Food zusätzlich auch komplett und für immer auf Süßigkeiten zu verzichten.

Aber wenn es dann doch mal ein „verbotenes Lebensmittel“ oder ein „böses Lebensmittel“ (schon allein die Einteilung ist problematisch) gibt, werden alle guten Vorsätze über Bord geworfen.

Aus einem einzelnen Cookie wird plötzlich eine ganze Packung und dann denken sich Leute, „Jetzt, wo eh schon alles verloren ist, kann ich auch gleich noch eine Calzone und ein frittiertes Mars reinschrauben“. Und danach fällt es den meisten schwer, überhaupt wieder in die Spur zu kommen, schließlich haben sie sich (so ihre Logik) ja eindrucksvoll selbst bewiesen, dass sie Versager sind und solche Dinge eh nie schaffen können.

Ganz oder gar nicht ist in diesem Fall eher Fluch als Segen.

Alles nur, weil es zwischen Schwarz und Weiß keine Grautöne gibt, die helfen würden, Spielraum zu schaffen, um nicht jede Abweichung gleich als Versagen abstempeln zu müssen.

100% in jedem Lebensbereich?

Ich hab eben schon gesagt, dass Du mit durchschnittlichem Einsatz auch nur durchschnittliche Ergebnisse erwarten kannst und deshalb in Bereichen, die Dir wichtig sind, Vollgas geben sollst. Aber hier realisieren Schwarz-Weiß-Denker schnell eine frustrierende Tatsache: Du kannst nicht in beliebig vielen Bereichen Deines Lebens 100% geben!

Stell Dir vor, Du hast 10 Chips, die Du beliebig auf die Bereiche Gesundheit, Beziehungen, Hobbys und Beruf verteilen kannst.

Erstens können nicht alle Bereiche gleich viele Chips bekommen und zweitens können erst recht nicht alle Bereiche gleichzeitig 10 Chips bekommen. Schließlich sind unter anderem die Stunden Deines Tages sowie Deine Konzentration und Willenskraft limitierende Faktoren.

Mach es besser

Was also tun?
Verabschiede Dich vom Schwarz-Weiß-Denken und strebe stattdessen danach, in ausgewählten Bereichen immer ein bisschen besser zu werden.

Identifiziere einen Bereich, in dem Du aktuell etwas verändern willst, weil Du Dich mit dem Durchschnitt nicht zufriedengibst – oder weil Du hier eine Stärke hast, die Du zu einer Superkraft machen willst!

Mach diesen Bereich zur Priorität und stell sicher, dass Du am Ball bleibst, indem Du Dir immer wieder vor Augen hältst, was aktuell wirklich die höchste Priorität für Dich hat, und entsprechend handelst.

In der Zwischenzeit musst Du Dich damit abfinden, dass Du in den anderen Bereichen vielleicht nur kleine Schritte vorwärts machen oder gerade mal den Status quo aufrecht halten kannst. Aber Du solltest noch so viel Energie investieren, dass Du möglichst keine Rückschritte in den anderen Bereichen wie z.B. der eigenen Gesundheit oder der Beziehung zu Partner und Familie machst.

Du musst nicht gut sein, um loszulegen, aber Du musst loslegen, um besser zu werden.

Ich mein, ich bin auch nicht über Nacht von 0 auf 5-6 Sporteinheiten pro Woche und von Fertigpizza auf Steinzeitnahrung umgestiegen. Und wenn, dann hätte ich es wahrscheinlich nicht durchgehalten, weil es mich überfordert hätte.

Eine Menge sicherer, kleiner Schritte kann Dich unterm Strich viel weiter bringen als ein unwahrscheinlicher Quantensprung.

Wenn Du nicht weiter im Trüben fischen, sondern weiterkommen willst, muss Dein Umfeld mitziehen. Also schick diesen Blogpoast zwei Menschen aus Deinem Umfeld, die aktuell noch zu sehr in Alles-oder-nichts-denken!

Also, denk nicht schwarz-weiß und sei Dein selbst.best.immer.

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